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Mergeltonsteine der Unteren Süßwassermolasse

Verbreitungsgebiet: Zwischen Bodensee und Donau

Erdgeschichtliche Einstufung: Untere Süßwassermolasse (tUS), Tertiär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Detailaufnahme eines rötlich-braunen Tonhorizonts, in welchem sich einige graue Gerölle finden. Mittig durchs Bild verläuft ein Maßstab.
Unterer Tonhorizont in der Tongrube Stockach-Frickenweiler

Die fluviatil-lakustrine Untere Süßwassermolasse wird im Beckenbereich aus einer Wechselfolge von bunten Mergeltonsteinen, untergeordnet Tonmergelsteinen und Mergelsteinen, sowie Sanden und Sandsteinen (sandig-mergelige Beckenfazies) aufgebaut. Die Mergeltonsteine kommen in unterschiedlichen Braun-, Rot- und Grautönen vor und stellen aufgrund der Korngrößenverteilung feinsandige Ton- bis Schluffsteine dar. Die Sande und Sandsteine umfassen Fein- bis Mittelsande, Mittelsande sowie fein- und mittelkörnige Sandsteine, wobei die mittelkörnigen Sand­steine hart und zäh sind, während die feinkörnigen Sandsteine wenig fest und mürbe sind.

Blick auf eine Abbauwand in einer Tongrube. Deutlich zu sehen ist die Wechselfolge von grauen und rotbrauenen Gesteinen mit hellbeigen Gesteinen. Im Hintergrund über der Grube sind Bäume zu sehen.
Wechselfolge von Mergeltonsteinen mit Sand- und Sandsteinlagen

Gewinnung und Verwendung

Nahaufnahme einer Abbauwand: Das anstehende Gestein zeigt eine Wechselfolge aus rotbraunen und hellgrau-beigen Gesteinsschichten. Mittig vor der Wand befindet sich ein Maßstab. Am unteren Bildrand sind ein paar Zweige von Büschen zu sehen.
Alternierende rotbraune und hellgrau-beige Mergeltonsteine

Gewinnung: Der Abbau erfolgt durch Hydraulikbagger und Radlader, wobei schon in der Tongrube eine Ho­mo­ge­ni­sie­rung des Mate­rials, also das Mischen unterschiedlicher toniger und kalkiger Sedimente, stattfindet. Sand- und Sand­stein­partien werden dabei vollständig selektiv ausgehalten.

Verwendung: Aus dem gewonnenen Material wird zusammen mit den quartären Bändertonen eine Mischung angefertigt, aus der grobkeramische Erzeugnisse wie Hintermauerziegel hergestellt werden. Der anfallende Sand wird in der lokalen Bauindustrie als Kabel- und Füllsand eingesetzt.

  • Nahaufnahme einer Abbauwand: Das anstehende Gestein zeigt eine Wechselfolge aus rotbraunen und hellgrau-beigen Gesteinsschichten. Mittig vor der Wand befindet sich ein Maßstab. Am unteren Bildrand sind ein paar Zweige von Büschen zu sehen.
  • Detailaufnahme eines rötlich-braunen Tonhorizonts, in welchem sich einige graue Gerölle finden. Mittig durchs Bild verläuft ein Maßstab.
  • Nahaufnahme einer Abbauwand in einer Tongrube. In dem gelblich-grauen Ton ist eine Schicht aus mittelgrauem, sandigen Material zwischengeschaltet. Rechts verläuft ein Maßstab vertikal durchs Bild.
  • Frontaler Blick auf eine etwa 5 Meter hohe Abbauwand. Im unteren Drittel befinden sich zwei, jeweils etwa 0,5 Meter mächtige, Schichten aus dunkelrotem Gestein. Das restliche Gestein ist weißlich-hell.
  • Blick auf eine Abbauwand in einer Tongrube. Deutlich zu sehen ist die Wechselfolge von grauen und rotbrauenen Gesteinen mit hellbeigen Gesteinen. Im Hintergrund über der Grube sind Bäume zu sehen.

Literatur

  • LGRB (2004). Blatt L7922 Bad Saulgau, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 190 S., 23 Abb., 11 Tab.,1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg). [Bearbeiter: Werner, W. & Kimmig, B., m. Beitr. v. Kosinowski, M.]
  • LGRB (2005). Blatt L7920 Sigmaringen, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 151 S., 19 Abb., 6 Tab., 1 Kt., 1 CD-ROM, Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Werner, W. & Kleinschnitz, M.]
  • LGRB (2013). Blatt L8120 Stockach, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 132 S., 23 Abb., 6 Tab., 1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Kleinschnitz, M., Kimmig, B.]