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Kaolinerden der Heuberg-Schotter

Verbreitungsgebiet: Heuberg östlich von Kandern (Markgräflerland)

Erdgeschichtliche Einstufung: Heuberg-Schotter (tHB), Quartär (Pliozän)

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Kaolinisierter Quarzporphyr mit dunkelgrauen Quarzkörnern.
Kaolinisierter Quarzporphyr mit dunkelgrauen Quarzkörnern.

Gestein

Gerölle der Heubergschotter.
Gerölle der Heubergschotter.

Die in der Grube Kandern-Wollbach (Heuberg, RG 8311-1) aufgeschlossene, ca. 12 m mächtige Ablagerung besteht aus einer stark verwitterten, gebleichten Wechselfolge aus (1) weißlichen bis gelblich rötlichen, feinsandigen bis tonigen Weißerden mit bis kopfgroßen Geröllen und (2) weißlich gelben bis grauen, stärker schluffigen, geröllfreien Lagen. Mineralische Komponenten der Weißerde sind überwiegend Kaolinit, untergeordnet Quarzsand und Feldspat. Die Weißerde besitzt eine gelblich weiße bis hellgraue Farbe. Die Zusammensetzung der genutzten Schicht ist heterogen (Tonlinsen, geröllreiche Lagen, Bereiche mit geringerem Anteil an Ton- und Schluff).

Gewinnung und Verwendung

Kaolinerde mit Verbraunungshorizont.
Kaolinerde mit Verbraunungshorizont.

Gewinnung: Die Heuberg-Schotter werden zur Herstellung feuerfester keramischer Erzeugnisse eingesetzt. Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Weißerde ist eine Homogenisierung des Materials erforderlich. In der Grube Kandern-Wollbach (Heuberg, RG 8311-1) wird die Weißerde im Schrägabbauverfahren durch eine Planierraupe homogenisiert und mit dem Bagger abgegraben. Der Abbau findet ein bis zwei Mal jährlich statt. Neben dem Aussieben der Gerölle ist keine weitere Aufbereitung des Rohstoffs nötig. Aus archäologischen Untersuchungen ist bekannt, dass das Vorkommen bereits von den Römern genutzt wurde, die hier Material für Bauten in Augusta Raurica gewonnen haben.

  • Gerölle der Heubergschotter.
  • Kaolinisierter Quarzporphyr mit dunkelgrauen Quarzkörnern.
  • Abbauwand in den Weißerden innerhalb der Heuberg-Schotter.
  • Kaolinerde mit Verbraunungshorizont.
  • Weißerde, überwiegend aus Kaolinit, untergeodnet auch Quarzsand.

Literatur

  • Börner, A., Bornhöft, E., Häfner, F., Hug-Diegel, N., Kleeberg, K., Mandl, J., Nestler, A., Poschlod, K., Röhling, S., Rosenberg, F., Schäfer, I., Stedingk, K., Thum, H., Werner, W. & Wetzel, E. (2012). Steine- und Erden-Rohstoffe in der Bundesrepublik Deutschland. Geologisches Jahrbuch, Sonderhefte, SD 10, 356 S., Hannover, (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und Staatliche Dienste).
  • Grimm, M. C., Wielandt-Schuster, U., Hottenrott, M., Radtke, G., Berger, J.-P., Ellwanger, D., Harms, F.-J., Hoselmann, C. P. & Weidenfeller, M. (2011). Stratigraphie von Deutschland IX, Tertiär, Teil 1: Oberrheingraben und benachbarte Tertiärgebiete. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 75, S. 464, Hannover.