Sie befinden sich hier:

Trasszementrohstoff Suevit: Ries Suevit der östlichen Schwäbischen Alb

Verbreitungsgebiet: Östliche Schwäbische Alb, Ries

Erdgeschichtliche Einstufung: Ries-Suevit (tXS), Tertiär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Übersichtskarte des Rieskraters und Verbreitung von Ries-Suevit-Vorkommen.
Übersichtskarte des Rieskraters und Verbreitung von Ries-Suevit-Vorkommen.

Gestein

Gesteinsgläser und Kristallinbruchstücke in einer grünlichgrauen, festen Grundmasse
Gesteinsgläser und Kristallinbruchstücke in einer grünlichgrauen, festen Grundmasse.

Die Ries-Suevite sind meist mäßig verfestigte bis zähe, tuffartige, grünlich graue bis gelblich graue Gesteine. Die feinkörnige Grundmasse bestehen aus einem Mikrokataklasit der mesozoischen Sedimentgesteine der Schwäbisch-Fränkischen Alb sowie Gesteinsglaspartikeln, Mineralfragmenten und dem Tonmineral Montmorillonit. In die Matrix sind Gesteinsbruchstücke unterschiedlicher Größe (mehrere cm bis zu 1 m) eingebettet, die sich meist aus Grundgebirgsgesteinen wie Gneisen, Graniten, Dioriten und Amphiboliten aber auch aus Karbonatgesteinen der Alb zusammensetzen. Charakteristisch für die Ries-Suevite sind die schwarzen bis grauen Gesteinsgläser, die beim Impakt entstanden sind und als fetzenartige bis wulstige „Flädle“ vorliegen.

Gewinnung und Verwendung

Grundgebirgsbruchstücken in Ries-Suevit.
Grundgebirgsbruchstücken in Ries-Suevit.

Gewinnung: In Baden-Württemberg sind keine Steinbrüche im Ries-Suevit in Betrieb. In Bayern werden in den Steinbrüchen bei Aufhausen und Oettingen (Aumühle) Ries-Suevite als Zuschlagstoff für die Zementindustrie mittels Reißbagger in flachen Kesselabbauen gewonnen.

Verwendung: Aufgrund ihrer puzzolanischen Eigenschaften, bedingt durch reaktives Siliziumoxid der Gesteinsgläser, werden die Ries-Suevite als Trasszementrohstoff eingestuft. Das gemahlene Gestein geht mit Kalk wasserbeständige Zementverbindungen ein.

  • Suevit überlagert hier die Bunte Brekzie
  • Gesteinsgläser und Kristallinbruchstücke in einer grünlichgrauen, festen Grundmasse
  • Varietät des Ries-Suevits mit schwarzen Glas-„Flädle“
  • Aufg. Suevit-Steinbruch Altenbürg S von Utzmemmingen
  • St. Georgskirche in Nördlingen
  • Grundgebirgsbruchstücken in Ries-Suevit
  • Abbau des Impaktgesteins Suevit

Literatur

  • Werner, W., Wittenbrink, J., Bock, H. & Kimmig, B. (2013). Naturwerksteine aus Baden-Württemberg – Vorkommen, Beschaffenheit und Nutzung. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, 765 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
  • Buchner, E. & Schmieder, M. (2009). Suevit – Entstehung und Auftreten in den Meteoritenkratern der Erde. – Rosendahl, W. & Schieber, M. (Hrsg.). Der Stein der Schwaben. Natur- und Kulturgeschichte des Suevits., Kulturgestein 4, S. 19–23, Stuttgart (Staatsanzeiger-Verlag).
  • Liebl, J. & Heuschkel, S. (2009). Der Schwabenstein und seine industrielle Nutzung. – Rosendahl, W. & Schieber, M. (Hrsg.). Der Stein der Schwaben. Natur- und Kulturgeschichte des Suevits, Kulturstein 4, S. 25–27, Stuttgart (Staatsanzeiger-Verlag).
  • Baier, J. (2012). Die Bedeutung von Wasser während der Suevit-Bildung (Ries-Impakt, Deutschland). Jber. Mitt. Oberrhein. Geol. Ver., N. F., 94, S. 55–69, Stuttgart.
  • Buchner, E., Schmieder, M., Schwarz, W. H. & Trieloff, M. (2013). Das Alter des Meteoritenkraters Nördlinger Ries ‒ eine Übersicht und kurz Diskussion der neueren Datierungen des Riesimpakts. Z. dt. geol. Ges., 164, S. 433–445.
  • Engelhardt, W. V., Arndt, J., Fecker, B. & Panka, H. G. (1995). Suevite breccia from the Ries crater, Germany: Origin, cooling history and devitrification of impact glasses. Meteoritics, 30(3), S. 279–293.
  • Gentner, W. & Wagner, G. A. (1969). Altersbestimmungen an Riesgläsern und Moldaviten. Geologica Bavarica, 61, S. 296–303.
  • Hüttner, R. & Schmidt-Kaler, H. (2003). Meteoritenkrater Nördlinger Ries. Wanderungen in der Erdgeschichte, 10, S. 144, München.
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (2013). Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2012/2013: Bedarf, Gewinnung und Sicherung von mineralischen Rohstoffen – Dritter Landesrohstoffbericht – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). LGRB-Informationen, 27, S. 1–204.