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Seebach-Granit im Nordschwarzwald

Verbreitungsgebiet: Nordschwarzwald

Erdgeschichtliche Einstufung: Seebach-Granit (GSE), Oberkarbon

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Detailaufnahme eines Gesteins, welches eine rötlich-graue Farbe aufweist. Die einzelnen Kristalle sind recht klein und nur schwach eingeregelt. Unten links befindet sich eine 1-Euro-Münze als Maßstab.
Granit aus dem Steinbruch Seebach

Der Seebach-Granit, der auch als „Achertal-Feinkorn“ bezeichnet wird, ist ein hell- bis mittelgrauer, lokal z. T. rötlich grauer Zweiglimmergranit. Er besteht aus weißem bis leicht rötlichem Kalifeldspat, weißlich grauem Plagioklas, zumeist klarem Quarz, schwarzem Biotit und silbrigweiß glänzenden Muskovit. Abgesehen vom xenomorphen Quarz sind die Kristalle hypidiomorph ausgebildet. Der Granit besitzt eine gleichmäßige kleine bis mittlere Körnung (1–4 mm) mit nur schwacher Mineralregelung. Selten sind porphyrische Partien mit 1–2 cm großen Kalifeldspatkristallen. Es handelt sich um ein festes und hartes Gestein mit sehr guter Kornbindung und einem ausgeprägten Kluftmuster, dessen Abstände zwischen 0,2–2 m wechseln. Die Hauptklüfte des Seebach-Granits streichen N–S und O–W und fallen mit ca. 70° bis 80° ein. Ein untergeordnetes Kluftsystem fällt mit ungefähr 30° nach WSW ein. Auf den Trennflächen können Chlorit und Hämatit sowie Liesegang’sche Ringe aus Eisenhydroxid auftreten. Der Granit ist stellenweise mit NO–SW bis O–W streichenden, körnigen bis porphyrischen Granitporphyrgängen durchsetzt. Die roten bis grauvioletten Gänge erreichen 0,2 bis 6 m Mächtigkeit. Sie bestehen aus Kalifeldspat, Quarz und Biotit, die in der Grundmasse und als Einsprenglinge auftreten.

Blick in einen Steinbruch: Das hellbeige bis hellgraue Gestein ist stark geklüftet, dabei stehen die Klüfte sehr steil. Zwischen den Felswänden befindet sich - halb verdeckt - ein gelber Bagger.
Oberrheingraben-parallele Klüftung des Seebach-Granits

Gewinnung und Verwendung

Unregelmäßig durcheinander gewürfelte, mittelgraue Pflastersteine. Am linken Bildrand befindet sich ein Maßstab.
Pflastersteine aus Seebach-Granit

Gewinnung: Seebach-Granit wurde früher vor allem nördlich des Ortes Seebach in kleinen Abbauen gewonnen. Heute sind zwei Steinbrüche im Seebach-Granit in Betrieb. Die Gewinnung der Gesteine erfolgt in der Regel durch Großbohrloch­sprengungen. In Bereichen, welche für die Nutzung als Natur­werksteine interessant sind, wird auch mit Schwarzpulver gesprengt. Die Weiter­verarbeitung mittels Sortieren, Brechen und Sieben bzw. händischem und hydraulischem Spalten für Naturwerksteine findet vor Ort statt.

Verwendung: Der Seebach-Granit wird vorwiegend zu Körnungen für den Verkehrs­wegebauverarbeitet. Trotz seines hohen Potenzials als Natur­werkstein für den Landschafts- bzw. Gartenbau und als Pflasterstein wird er nur noch selten für diesen Zweck gewonnen. Gelegentlich werden noch Säulen, Denk- und Grabmäler sowie Stelen aus dem Seebach-Granit hergestellt.

  • Blick auf eine Abbauwand eines Steinbruchs. Die Wand zieht sich vom linken Bildrand nach rechts hinten. Das Gestein ist hellbeige und stark geklüftet. Hinter dem Steinbruch befindet sich ein bewaldeter Hügel.
  • Das Bild zeigt eine schön gestufte Abbauwand eines Steinbruchs, welche in Nadelwald eingebettet ist. Das Gestein ist hell- bis mittelgrau.
  • Detailaufnahme eines Gesteins, welches eine rötlich-graue Farbe aufweist. Die einzelnen Kristalle sind recht klein und nur schwach eingeregelt. Unten links befindet sich eine 1-Euro-Münze als Maßstab.
  • Unregelmäßig durcheinander gewürfelte, mittelgraue Pflastersteine. Am linken Bildrand befindet sich ein Maßstab.
  • Blick in einen Steinbruch: Das hellbeige bis hellgraue Gestein ist stark geklüftet, dabei stehen die Klüfte sehr steil. Zwischen den Felswänden befindet sich - halb verdeckt - ein gelber Bagger.

Literatur

  • Emmermann, R. (1977). A Petrogenetic Model for the Origin and Evolution of the Hercynian Granite Series of the Schwarzwald. – N. Jb. Miner. Abh., 128(3), S. 219–253.
  • LGRB (2011). Blatt L7512/L7514 Offenburg/Oberkirch und Blatt L7712 Lahr im Schwarzwald, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 362 S., 55 Abb., 15 Tab., 3 Kt., 1 CD-ROM, Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Poser, C. & Kleinschnitz, M., m. Beitr. v. Bauer, M. & Werner, W.]
  • LGRB (2011). Blätter L7312 Rheinau und L7314 Baden-Baden mit Westteil des Blattes L7316 Bad Wildbad, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 243 S., 36 Abb., 9 Tab., 3 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Anders, B. & Kimmig, B. m. Beitr. v. Werner, E. & Kilger, B.-M.]