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Metatektische Paragneise im Südschwarzwald

Verbreitungsgebiet: Grundgebirge des Südschwarzwalds

Erdgeschichtliche Einstufung: Gneis-Migmait-Komplex (gn); Metarmorphose: frühes Karbon; Sedimentationsalter: PräkambriumSilur (– Devon?)

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Metatektische Paragneise im Untertage-Aufschluss.
Metatektische Paragneise im Untertage-Aufschluss

Die metamorphe Gesteinsserie besteht aus Diatexiten, Metatexiten und Paragneisen. Die Hauptbestandteile der meist mittelkörnigen Gneise des Arbeitsgebiets sind Quarz, Feldspäte und Biotit, stellenweise treten geringe Anteile von Cordierit und Sillimanit sowie opake Erzminerale (Magnetit, Pyrit, Hämatit) hinzu. Gneise weisen ein weites Spektrum an Texturen auf (siehe Abbildungen), die kleinräumig variieren und ineinander übergehen. Charakteristisch ist eine unterschiedlich stark ausgeprägte lagige Textur, die durch den metamorphen Lagenbau mit dunklen biotitreichen und hellen quarz-feldspatreichen Abschnitten geprägt ist. Typisch sind tektonische Verfältelungen im cm- bis dm-Maßstab. Mit zunehmender Aufschmelzung des Gesteins nimmt der Anteil an hellen quarz-feldspatreichen Partien zu, während die Foliation nur noch an reliktischen Schlieren zu erkennen ist.

Verfalteter Paragneis.
Verfalteter Paragneis.

Gewinnung und Verwendung

Massiger, gleichkörniger, diatektischer Paragneis.
Massiger, gleichkörniger, diatektischer Paragneis

Gewinnung: Bisher wurden die Gesteine des Gneis-Migmatit-Komplexes nur in kleinen Seitenentnahmen abgebaut und für den unqualifizierten Wegebau verwendet.

Verwendung: Die anatektischen Paragneise, Dia- und Metatexite zeichnen sich meist durch eine hohe Zähigkeit und Verwitterungsbeständigkeit aus. Sie können daher als hochwertige und widerstandsfähige Verkehrswegebaustoffe Verwendung finden. Erzeugt werden können Splitte und Brechsande, Edelsplitte und Edelbrechsande, Schotter, kornabgestufte Gemische (gebrochen), Wasserbausteine und Blöcke für den Hang- und Uferverbau. Je nach Klüftung ist auch die Verwendung für Pflaster- und Mauersteine möglich. Aufgrund hoher mechanischer Festigkeiten besonders geeignet für die Erzeugung von Körnungen sind monotone, quarzreiche, meist dickplattig absondernde Paragneise und Diatexite. Die Gneise werden von zahlreichen Gesteinsgängen (insbesondere Granitporphyren) durchzogen, die aufgrund ihrer besonders hohen Verbandsfestigkeit und Verwitterungsbeständigkeit zu einer Qualitätssteigerung im Vorkommen beitragen. Auch linsenartige Amphibolitvorkommen innerhalb der Gneismassen zeichnen sich durch eine ausgesprochene Zähigkeit aus. Sie wurden in diversen Steinbrüchen abgebaut und z. B. als Bahnschotter verwendet. Glimmerreiche Paragneise oder Gneise mit einem durchgreifenden metamorphen Lagenbau sind deutlich weniger bruchfest und eignen sich daher eher für Schüttmaterial, Schroppen (z. B. für den Hang- und Uferverbau), kornabgestufte Gemische für den unqualifizierten Wegebau und für nicht güteüberwachte Schot­ter und Splitte. Zu Schotter und Splitt gebrochene Natursteine aus dem Grundgebirge können aus Kiesvorkommen gewonnene Körnungen für den Straßen- und Betonbau teilweise ersetzen.

  • Paragneis mit metamorphem Lagenbau
  • Stark verfalteter, anatektischer Gneis
  • Verfalteter Paragneis
  • Massiger, gleichkörniger, diatektischer Paragneis
  • Metatektische Paragneise im Untertage-Aufschluss
  • Homogener Paragneis

Externe Lexika

Litholex

Literatur

  • Hüttner, R. & Wimmenauer, W. (1967). Erläuterungen zu Blatt 8013 Freiburg i. Br. Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 159 S., 3 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg). [Nachdruck 1972, 1990]
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (2006). Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2006 – Gewinnung, Verbrauch und Sicherung von mineralischen Rohstoffen – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). LGRB-Informationen, 18, S. 1–202.