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Kiese und Sande im südlichen Oberrheingraben

Verbreitungsgebiet: Südlicher Oberrheingraben und Hochrhein

Erdgeschichtliche Einstufung: Neuenburg-Formation, Breisgau-Formation und Flussbettsediment der Niederterrasse, Quartär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Nahaufnahme von kleineren und größeren Kieselsteinen, teils flach, teils rundlich. Die Farben reichen von hellem Grau bis zu Brauntönen.
Kiesgerölle aus Quarziten

Die Kiese werden aus verwitterungsresistenten Geröllen aus dem Alpenraum sowie von oft weniger festen Geröllen aus dem Schwarzwald und den Vogesen aufgebaut. Typische Gerölle in den oberrheinischen Kieslagern sind rote und schwarze Lydite (Kieselschiefer, Radiolarite) alpiner Herkunft, honiggelbe Quarzite und dunkle Flyschkalksteine. Die Schichtenfolge besteht überwiegend aus mittel- bis grobsandigen und steinigen Fein- bis Grobkieslagen.

Bereiche mit ungünstigen Materialeigenschaften:
1) Erhöhtes Auftreten von weniger widerstandsfähigem Randgebirgsmaterial (verwittertes bis zersetztes Schwarzwaldmaterial), dadurch Zunahme des nicht nutzbaren Feinanteils (Schluff, Ton); vor allem in den östlichen Randgebieten der Grabenfüllung
2) Mächtigere, nicht nutzbare Einschaltungen von Ton-, Kalksand- und Kalkmergelsteinen
3) Wechselnder Sandanteil sowie linsen- oder lagenförmig auftretende Sandkörper innerhalb der Nutzschicht
4) Örtlich auftretende Nagelfluhbildungen (= Verfestigung der Kiese durch Karbonatausfällung)

Nahaufnahme von größeren und kleineren Steinen, teils abgerundet, teils scharfkantig. Die Farben reichen von hellem Grau bis zu Brauntönen.
Gerölle aus Graniten und Paragneisen

Mächtigkeiten

Kiesgrube mit Nass- und Trockenabbau.
Kiesgrube mit Nass- und Trockenabbau

Geologische Mächtigkeit: Im Norden des Untersuchungsgebiets reichen die Mächtigkeiten der Neuenburg-Formation bis 60 m, in der Breisgau-Formation werden bis 70 m erreicht. Je weiter man nach Süden kommt, desto geringer werden die Mächtigkeiten. Die Sedimente der Breisgau-Formation keilen etwa auf der Höhe von Auggen aus, die Restmächtigkeiten der Neuenburg-Formation betragen hier noch rund 20 m. Die Flussbettsedimente der Niederterrasse am Hochrhein zwischen Basel und Rheinfelden sind bis rund 30 m mächtig.

Genutzte Mächtigkeit: In der Regel wird die gesamte Abfolge bestehend aus Sedimenten der Neuenburg- und Breisgau-Formation gewonnen. Vereinzelt sind die Ablagerungen der Breisgau-Formation stark sandig ausgebildet, sodass die Verwertbarkeit des unteren Abschnitts der Abfolge zu prüfen ist.

  • Gerölle aus Graniten und Paragneisen
  • Kiesgerölle aus Quarziten
  • Produkthalde in einer Kiesgrube
  • Kiesgrube mit Nass- und Trockenabbau
  • Nassabbau von Kies mit dem Schwimmbagger

Externe Lexika

Litholex

Literatur

  • LGRB (2010). Blatt L7910/L7912 Breisach am Rhein/Freiburg i. Br.-Nord, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 258 S., 35 Abb., 10 Tab., 2 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Wittembrink, J. & Werner, W., m. Beitr. v. Selg, M.]
  • Werner, W., Gieb, J. & Leiber, J. (1996). Lagerstättenpotentialkarte der Kiesvorkommen in der Region Südlicher Oberrhein mit Erläuterungen. Geologische Untersuchungen zur Umsetzung des Rohstoffsicherungskonzepts. 51 S., 17 Anl., Freiburg i. Br (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).