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Kiese und Sande der Hasenweiler- und Illmensee-Formation in Oberschwaben

Verbreitungsgebiete: Oberschwaben, nördlich des Bodensees zwischen Illertal und Donautal und entlang des Hochrheins

Erdgeschichtliche Einstufung: Hasenweiler-Formation, Illmensee-Formation und Rheingletscher-Niederterrassenschotter, „Würm“, Quartär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Blick auf die waagrecht verlaufende Wand einer Kiesgrube mit Schaufellader und vorne anstehendem See. Links schiebt sich eine weitere Abbauwand ins Bild.
Rheingletscher-Niederterrassenschotter im Trocken- und Nassabbau

Die Verbreitung der „Würm“-zeitlichen Kiese und Sande umfasst Gebiete zwischen Illertal, Bodensee und Donautal sowie entlang des Hochrheins. Die überwiegend geringmächtigen Kieskörper werden aus horizontal- und schräggeschichteten Schüttungskörpern zusammengesetzt. Die sandigen Kiese wurden in nach Norden entwässernden, mindestens schon „Riß“-zeitlich angelegten Schmelzwasserrinnen mit geringem Gefälle abgelagert. Ferner sind die fluviatilen Rinnenschüttungen und Deltasedimente der in den Bodensee führenden Flusssysteme der Ur-Schussen und Ur-Argen von Bedeutung. Zunehmend werden auch Kiesvorkommen mit geringerem Lagerstättenpotential, wie z. B. gestauchte Kiese der Endmoränenwälle, mit verbesserter Aufbereitungstechnik gewonnen. Die allseitige Abnahme der nutzbaren Mächtigkeit und die zunehmenden Nutzungskonflikte mit dem Grundwasserschutz begrenzen den Kiesabbau.

Übersichtsbild einer Kies- und Sandgrube mit hohen Abbauwänden links, niedrigen und offenen Wänden rechts sowie Abraumhalden in der Bildmitte. Im Hintergrund links steht Wald an.
Übersicht des Abbaugebiets einer Kies- und Sandgrube bei Stockach

Gewinnung und Verwendung

Das Foto zeigt den Transport von Abbaueimern über ein Förderband auf einem schwimmenden Bagger in einem Baggersee. Im Vordergrund sind größere Steine gelagert.
Eimerkettenbagger in einem Baggersee

Gewinnung: Die „Würm“-Kiese werden mittels Radlader und Hydraulikbagger im Trockenabbau und mittels Seilbagger mit Schürfkübel, Eimerkettenschwimmbagger und Schwimmgreiferbagger im Nassabbau gewonnen. Die Aufbereitung des Rohmaterials erfolgt vor Ort mit Hilfe einer mobilen und im Kieswerk mittels einer stationären Siebanlage. Außerdem erfolgt die Aufbereitung durch Brechen und Waschen.

Verwendung: Verwendung finden die „Würm“-Kiese und -Sande im Hoch- und Tiefbau als Betonzuschlag, Mörtel- und Estrichsande, als Bettungs-, Fugen und Füllsande sowie als Frostschutzkies im Straßenbau.

  • Nahaufnahme einer feinkörnigen, hellbraunen bis grauen Gesteinswand mit senkrechten Rissen und Klüften. In der Bildmitte wurde eine Messlatte angebracht.
  • Das Bild zeigt gröbere und feinere Kiese, die in hellbraunem Bodenmaterial eingebacken sind. Ein Maßstab rechts zeigt die Größenverhältnisse an.
  • Detailaufnahme von Kies und Schotter in feuchtem Erdreich. Ein mittig angebrachter Maßstab zeigt die Größenverhältnisse an.
  • Nahaufnahme der Abbauwand einer Kies- und Sandgrube. In der Mitte der Wand verläuft eine gebogene Linie, die hellbraune Schichten oben von dunkelgrauen unten trennt. Eine Messlatte reicht bis zum höchsten Punkt des Bogens.
  • Übersichtsbild einer Kies- und Sandgrube mit hohen Abbauwänden links, niedrigen und offenen Wänden rechts sowie Abraumhalden in der Bildmitte. Im Hintergrund links steht Wald an.
  • Nahaufnahme von kleineren und größeren Kieselsteinen, in graubraunes Bodenmaterial verbacken. Oben und rechts liegt etwas Schnee.
  • Gestörte Kies- und Sandlagen. Das anstehende Gestein ist hellgrau. Am rechten unteren Bildrand befindet sich der Kopf eines Geologenhammers.
  • Blick auf den oberen, leicht gerundeten Teil einer graubraunen Abbauwand von Grobkiesen und Grobsanden.
  • Blick auf die waagrecht verlaufende Wand einer Kiesgrube mit Schaufellader und vorne anstehendem See. Links schiebt sich eine weitere Abbauwand ins Bild.
  • Großaufnahme von grob- bis feinkörnigen Kieslagen. In der Bildmitte liegt eine Sandschicht dazwischen. Rechts außen ist ein Maßstab angelehnt.
  • Im Vordergrund sind mehrere graue Kieshalden zu sehen. Dahinter erblickt man einen See sowie die hellbraunen Abbauwände einer Kiesgrube.
  • Das Foto zeigt den Transport von Abbaueimern über ein Förderband auf einem schwimmenden Bagger in einem Baggersee. Im Vordergrund sind größere Steine gelagert.
  • Blick über Baumwipfel auf einen hellblauen See und die angrenzende, von Bäumen bestandene Uferböschung. Im Hintergrund ragt ein aufgeschütteter Dammweg in den See. Auf dem See schwimmen Schwäne.
  • Das Bild zeigt eine mehrstufige, dunkelbraune Abbauwand von Gestein. Am Fuß der Wand sind Schotter aufgehäuft. Eine höherliegende Kuppe rechts ist bewaldet.
  • Das Bild zeigt größere Kiesberge links vorne und rechts hinten. Die Berge stehen auf ebenem, trockenem Boden. Im dunstigen Hintergrund sind ein See sowie Förderbänder zu erkennen.

Literatur

  • Ellwanger, D., Kimmig, B., Simon, T. & Wielandt-Schuster, U. (2011). Quartärgeologie des Rheingletschergebiets (Exkursion I). – Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N. F., 93, S. 30.
  • Ellwanger, D., Wielandt-Schuster, U., Franz, M. & Simon, T. (2011). The Quaternary of the southwest German Alpine Foreland. (Bodensee-Oberschwaben, Baden-Württemberg, Southwest Germany). – Quaternary Science Journal, 60(2-3), S. 306–328.
  • LGRB (2013). Blatt L8120 Stockach, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 132 S., 23 Abb., 6 Tab., 1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Kleinschnitz, M., Kimmig, B.]