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Oberjurakalksteine der südwestlichen Schwäbischen Alb

Verbreitungsgebiet: Südwestliche Schwäbische Alb (Baaralb)

Erdgeschichtliche Einstufung: Wohlgeschichtete-Kalke-Formation (joW), Lacunosamergel-Formation (joL) und Untere-Felsenkalke-Formation (joFU), Oberjura

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Abbauwand des Steinbruchs Geisingen.
Abbauwand des Steinbruchs Geisingen

1) Untere-Felsenkalke-Formation: Es handelt sich um harte, hellbeigegraue Kalksteine, welche massig bis undeutlich dickbankig (Bankstärken ca. 1 m) entwickelt sind. Die Massenkalksteine führen oft Brachiopoden und zeigen einen scharfen Bruch.

2) Lacunosamergel-Formation: Mergelsteine, hellgraubeige, mit im oberen Abschnitt eingeschalteten, plattig bis dünnbankigen, 5–20 cm mächtigen Kalksteinlagen. Die unteren Lagen sind reich an Ammoniten und Calcitdrusen.

3) Wohlgeschichtete-Kalke-Formation: Die monotonen Bankkalksteine bestehen aus 10–40 cm, im Mittel 20 cm mächtigen, hellgraubeigen dichten Kalksteinen mit mehreren 2–10 cm mächtigen Mergelsteinzwischenlagen. Die Kalksteine weisen einen glatten Bruch und eine glatte Schichtoberfläche auf. Das Verhältnis der Kalksteinbänke zu den Mergelsteinlagen beträgt etwa 10 : 1. Häufig treten auf den Kluft- und Schichtflächen Dendriten und charakteristische rostbraune Flecken auf. Die Bankkalksteine verwittern blockig-plattig, scherbig-kleinstückig die Mergelsteinlagen. Durch die vertikale Klüftung erinnert die Schichtenfolge an ein wohlgeschichtetes Mauerwerk.

Übersicht Steinbruch Geisingen (RG 8018-1).
Übersicht Steinbruch Geisingen

Mächtigkeit

Auskeilende, dunkelgraue Lacunosamergel (joL).
Auskeilende, dunkelgraue Lacunosamergel (joL)

Geologische Mächtigkeit: Die Gesamtmächtigkeit der geschichteten Oberjura-Folge reicht von 110–165 m.

Nutzbare Mächtigkeit: Die nutzbare Mächtigkeit dieser Kalksteinvorkommen ist v. a. von der Überdeckung abhängig. In den Steinbrüchen der Baaralb reicht die genutzte Mächtigkeit von 10–130 m. Die nutzbare Mächtigkeit der einzelnen Einheiten fällt recht unterschiedlich aus und lautet wie folgt:

Wohlgeschichtete-Kalke-Formation: 70–110 m, Lacunosamergel-Formation: 15–55 m, Untere-Felsenkalke-Formation: 15–55 m.

  • Stark verkarstete Untere Felsenkalke (joFU).
  • Kalksteine der Wohlgeschichteten-Kalke-Formation (joW).
  • Übersicht Steinbruch Geisingen (RG 8018-1).
  • Abbauwand des Steinbruchs Geisingen.
  • Wohlgeschichtete Bankkalksteine mit Mergelsteinfugen.
  • Auskeilende, dunkelgraue Lacunosamergel (joL).
  • Blick über den Steinbruch Geisingen mit Förderanlage.
  • Dickbankige (1,0 m) Kalksteine an der Basis der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation (joW).

Literatur

  • Spitz, W. (1930). Erläuterungen zu Blatt Möhringen (Nr. 122), württembergisch Tuttlingen (Nr. 160). Erl. Geol. Spezialkt. Baden, 107 S., Freiburg i. Br. (Badische Geologische Landesanstalt). [Nachdruck 1985, 1997: Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., Bl. 8018 Tuttlingen; Stuttgart]