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Hochreine Kalksteine des Oberjuras auf der Ostalb

Verbreitungsgebiete: Ostalb bei Heidenheim a. d. Brenz und Neresheim

Erdgeschichtliche Einstufung: Massenkalk-Formation (joMK), Oberjura

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Schwamm-Mikroben-Kalkstein
Schwamm-Mikroben-Kalkstein.

Es handelt sich um massige, weiße bis leicht gelbliche Kalksteine. Sie bestehen vor allem aus mikrobiell (Cyanobakterien) abgeschiedenen Kalkkrusten, partikelreichen Schwammkalken und Partikelkalken. Entstanden sind sie in flachen, kalksandigen Riffen (sog. „Bioherme“), in denen die Mikrobenmatten und Schwämme das Sediment fixierten und stabilisierten. Sekundäre Umwandlungen (s. o.) sowie Verkarstung und Verlehmung der Gesteine verursachen Abbau- und Verwertungserschwernisse. Auch Kieselknollen beeinträchtigen die Gesteinsqualität und -verarbeitung (erhöhte Abnutzung der Aufbereitungsanlagen).

Gewinnung und Verwendung

Hochreine Kalksteine der Massenkalk-Formation
Hochreine Kalksteine der Massenkalk-Formation

Gewinnung: Auf der Ostalb werden hochreine Kalksteine in drei Steinbrüchen oberhalb des Grundwasserspiegels gewonnen (Stand 2015). Das Gestein wird mittels Bohren und Sprengen gelöst. Eine Selektion nach dem Weißgrad der Kalksteine findet zumeist schon bei der Beladung der Schwerlastkraftwagen statt. Die hochreinen Kalksteine werden in der Aufbereitung gebrochen, gemahlen, gesiebt und als Gesteinsmehle und -körnungen verkauft. Kalksteine, welche die Qualitätsanforderungen für hochreine Kalksteine (CaCO3-Gehalt > 98,5 %, sehr geringer Eisen- und Mangangehalt) nicht erreichen, werden als Körnungen für den Straßen- und Betonbau verwendet.

Aufgehaldete Splitte und Schotter.
Aufgehaldete Splitte und Schotter.
Anwendungsgebiete von hochreinen Kalken
Anwendungsgebiete von hochreinen Kalken.
  • Hochreine Kalksteine der Massenkalk-Formation
  • Schwamm-Mikroben-Kalkstein
  • Abbauwand im Steinbruch Waibertal
  • Aufgehaldete Splitte und Schotter

Literatur

  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).
  • Koch, R. (1994). Mittlere Schwäbische Alb (Blautal-Geislingen): Neue Interpretation der Massenkalke. – 146. Jahrestagung DGG „Beckenbildung und -inversion in Europa; Endogene und Exogene Faktoren. 30 S., Heidelberg. [Exkursionsführer]
  • Kimmig, B., Werner, W. & Aigner, T. (2001). Hochreine Kalksteine im Oberjura der Schwäbischen Alb – Zusammensetzung, Verbreitung, Einsatzmöglichkeiten. – BGR (Hrsg.). Z. angew. Geow., 47, S. 101–108.
  • Koch, R., Senowbari-Daryan, B. & Strauss, H. (1994). The Late Jurassic “Massenkalk Fazies” of Southern Germany: Calcareous sand piles rather than organic reefs. Facies, 31, S. 179–208.