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Hochreine bis reine Kalksteine der Korallen- und Nerineenkalk-Formation am südlichen Oberrhein

Verbreitungsgebiet: Vorbergzone bei Istein und zwischen Kandern und Tannenkirch

Erdgeschichtliche Einstufung: Korallenkalk-Formation (joKO) und Nerineenkalk-Formation (joN), Oberjura

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Bild zeigt einen Bohrkern, aufgeteilt in mehrere nebeineinander liegende Kästen, aus beige-hellgrauem Kalkstein. Der Bohrkern ist etwas zerbrochen.
Korallen in beige-hellgrauem Kalkstein

Gestein

Die Korallenkalk- und die Nerineenkalk-Formationen des Oberjuras bestehen aus Korallen führenden, mikritischen Kalksteinen, untergeordnet treten Brachiopoden und Echinodermen auf. Im obersten Abschnitt, der Nerineenkalk-Formation, sind mergelige Lagen zwischengeschaltet. Die dickbankig bis massigen, hellcremeweiß bis ockerfarbenen Kalksteine sind sehr fest, brechen scherbig-splittrig und sanden nicht ab. Im mittleren Abschnitt, den Splitterkalken, liegen lagenweise Jaspisknollen. Sie waren in der Jungsteinzeit sehr begehrt.

Nahaufnahme von grauem Gestein mit dunkleren, bogenförmigen Einschlüssen. Ein Kugelschreiber im oberen Bildteil zeigt die Größenverhältnisse an.
Korallenkolonien in mikritischer Matrix

Verwendung: Je nach Reinheitsgrad der Kalksteine werden sie als
1. hochreine Kalksteine für die Herstellung von gebrannten und gelöschten Produkten wie Feinweißkalk, Weißkalkhydrat, Edelhydrat und Kalkmilch oder
2. als Natursteine für Splitte, Kalkmehle und Kalksteinfüller genutzt.

Produziert werden in Istein gebrannte und ungebrannte Kalkmehle für die Stahlindustrie, chemische Industrie und die Papierherstellung sowie Edelputze. Die ungebrannten Produkte reichen vom Feinmehl bis zum Kalksteinschotter, zu den gebrannten Kalkprodukten gehören Weißfeinkalk, körniger Branntkalk und Stückkalk (für Kalksandsteinherstellung, Hochofenzuschlag im Stahlwerk, Futtermittel, Dünger); daneben wird Weißkalkhydrat (gelöschter Kalk) erzeugt.

  • Das Bild zeigt einen Bohrkern, aufgeteilt in mehrere nebeineinander liegende Kästen, aus beige-hellgrauem Kalkstein. Der Bohrkern ist etwas zerbrochen.
  • Das Bild zeigt eine dreistufige, sehr hohe Abbauwand in einem Steinbruch. Das anstehende Gestein ist beige mit bräunlichen und weißlichen Bereichen. Mittig vor der Wand steht ein Abbaufahrzeug.
  • Blick von erhöhtem Standpunkt in einen Steinbruch, welcher sich zur rechten Bildseite hin öffnet. Um den Steinbruch herum befindet sich idyllische Landschaft. Über dem Steinbruch erstreckt sich ein Regenbogen.
  • Nahaufnahme von grauem Gestein mit dunkleren, bogenförmigen Einschlüssen. Ein Kugelschreiber im oberen Bildteil zeigt die Größenverhältnisse an.

Literatur

  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).
  • Kimmig, B., Werner, W. & Aigner, T. (2001). Hochreine Kalksteine im Oberjura der Schwäbischen Alb – Zusammensetzung, Verbreitung, Einsatzmöglichkeiten. – BGR (Hrsg.). Z. angew. Geow., 47, S. 101–108.
  • Wittmann, O. (1951). Erläuterungen zu Blatt Lörrach (Nr. 152) und Weil (Deutscher Anteil, Nr. 164). – Erl. Geol. Spezialkt. Baden 1 : 25 000, 163 S., 2 Taf., 2 Beil., Freiburg i. Br. (Badische Geologische Landesanstalt). [auf Umschlag Jahreszahl 1952]
  • Wittmann, O. (1994). Erläuterungen zu Blatt 8311 Lörrach. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 153 S., 9 Taf., 1 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg). [unveränd. Nachdr. d. 2. Aufl. v. 1988]