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Hangrutschung „Sipplinger Dreieck“

Übersicht

Das „Sipplinger Dreieck“ ist eine etwa 3,5 km lange und bis zu einen Kilometer breite, dreiecks- bis parabelförmige morphologische Einbuchtung zwischen dem Überlinger See des Bodensees (Mittelwasserstand: ≈ 395 m ü. NHN) und der Hochfläche des Haldenhofs bzw. des Sipplinger Berges (bis zu ca. 670 m ü. NHN) im Bereich der Gemeinde Sipplingen. Der maximale Höhenunterschied des in Längsrichtung SO–NW-verlaufenden „Sipplinger Dreiecks“ beträgt etwa 275 m.

Aufsicht auf eine Reliefkarte in Graustufen, in welche ein Rutschungsgebiet mit einer roten Fläche eingezeichnet ist.
Digitales Geländemodell der Rutschung „Sipplinger Dreieck“ mit IGKB-Tiefenschärfe-Bodensee 3-m-Rasterdaten (IGKB, 2015)
Im Vordergrund befindet sich eine Straße, an die sich eine graue Mauer anschließt. Die Mauer umfasst den dahinter liegenden Hang, der mittig frei von Baumbewuchs ist.
2016 entstandene, sekundäre Rutschung am Radweg bei Sipplingen

Nachdem es in den Jahren 2006, 2012, 2013, 2015 und 2016 wiederholt zu flachen Rutschungen an den steilen Hängen entlang der B 31 zwischen Sipplingen und Ludwigshafen gekommen war, wurde durch das LGRB ein umfassendes Sicherungskonzept erstellt. Dieses sieht die prophylaktische Sicherung größerer zusammenhängender Steilhangpartien durch Auflage eines hochscherfesten Stahldrahtnetzes mit Randseilen und Systemverankerung vor. Die zu sichernde Fläche befindet sich oberhalb der Stützmauer des Bodenseeradwegs und umfasst eine ungefähre Fläche von ca. 8000 m3. Die Arbeiten zur Umsetzung des Sicherungskonzepts in den Steilhängen oberhalb des Radweges und der B 31 wurden im Jahr 2017 begonnen und werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen.

Literatur

  • Schreiner, A. (1958). Zur Geologie des Sipplinger Dreiecks bei Überlingen am Bodensee. . Jh. geol. Landesamt Bad.-Württ, 3, S. 213–241, Freiburg i. Br.
  • IGKB (2016). Tiefenschärfe – Hochauflösende Vermessung Bodensee – Ber. Int. Gewässerschutzkomm. Bodensee, 61, S. 1–106, verfügbar unter https://www.igkb.org/oeffentlichkeitsarbeit/fachberichte-zu-speziellen-themen-blaue-berichte/.
  • Wagenplast, P. (2005). Ingenieurgeologische Gefahren in Baden-Württemberg LGRB-Informationen, 16, S. 1–79.
  • Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) (2015). IGKB-Tiefenschärfe-Bodensee digitale Geländemodelle mit 10 m und 3 m Auflösung (PANGAEA). Verfügbar unter https://doi.org/10.1594/PANGAEA.855987.