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Hangrutschungen in den Gesteinen vom Muschelkalk bis Oberjura im Wutachtal

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Schematisches Hangprofil im Tonsteingebiet des Wutachtals (Grafik: Jordan, 1993)

Das Tonsteingebiet ist charakterisiert durch eine erhebliche Verbreiterung des Talquerschnitts der Wutach auf etwa 1000–1300 m Breite. Das Hangprofil ist konkav und besteht aus einem steilen Oberhang sowie einem flachen Unterhang. Im Tonsteingebiet stehen im Wutachtal i. W. Gesteine des Keupers und des Unterjuras an, in den Seitentälern der Wutach Gesteine des Mitteljuras (i. W. Opalinuston-Formation). Im Unterhang sind die anstehenden Gesteine vielfach vollständig von ausgedehnten tonig-lehmigen Rutsch- und Verwitterungsmassen aus umgelagerten Keuper- und Juragesteinen bedeckt, deren Mächtigkeit 10 m und mehr betragen kann (Jordan, 1993).

Schematisches Hangprofil im stratigraphisch höheren Abschnitt des Muschelkalkgebiets des Wutachtals (Grafik: Jordan, 1993)

Insbesondere der stratigraphisch höhere Abschnitt ist durch eine deutliche Verringerung des Talquerschnitts der Wutach auf etwa 500–600 m Breite und einem schluchtartigen Charakter gekennzeichnet. Das Hangprofil ist konvex und besteht aus einem steilen Unterhang aus Karbonatgesteinen des Oberen Muschelkalks sowie einem nach oben flacher werdenden Oberhang aus Gesteinen des Unter- und Mittelkeupers.

Schematisches Hangprofil im stratigraphisch tieferen Abschnitt des Muschelkalkgebiets des Wutachtals (Grafik: Jordan, 1993)

Im stratigraphisch tieferen Abschnitt des Muschelkalkgebiets ist der Talquerschnitt der Wutach etwas breiter (500–700 m, im tektonisch überprägten Abschnitt zwischen Schattenmühle und Dietfurtbrücke bis etwa 1000 m). Das Hangprofil ist zweiteilig und besteht aus einem flachen Unterhang mit Auslaugungsresiduen des Mittleren Muschelkalks, die von Rutsch- und Felssturzmassen überlagert sind, und einem Oberhang mit Steilwänden aus Karbonatgesteinen des Oberen Muschelkalks, die eine rigide Platte bilden. In diesem Abschnitt werden die Böschungen an Prallhängen durch die mäandrierende Wutach unterschnitten. Es entstehen so bis zu 15 m hohe Uferanbrüche. Oberhalb der Uferanbrüche schließen sich vielfach große zusammenhängende Gleitschollen aus noch überwiegend im Verband abgeglittenen Muschelkalk-Abfolgen an.

Literatur

  • Franz, M. & Rohn, J. (2004). Erläuterungen zu Blatt 8117 Blumberg. – 3. Aufl., Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., VII+196 S., 2 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Hebestreit, C. (1995). Zur jungpleistozänen und holozänen Entwicklung der Wutach (SW-Deutschland). – Tübinger Geowissenschaftliche Arbeiten, Reihe C, 25, S. 1–88.
  • Jordan, U. (1993). Die holozänen Massenverlagerungen des Wutachgebietes (Südschwarzwald). – Tübinger Geowissenschaftliche Arbeiten, Reihe C, 16, S. 1–132.
  • Mayle, M. (1989). Geologie, Massenverlagerungen und Landschaftsgeschichte im Krottenbachtal und Umgebung (Wutachgebiet, Südbaden). – Dipl.-Arb. Univ. Tübingen, Tübingen. [unveröff.]
  • Reichelt, G. (1967). Die Rutschungen am Eichberg bei Achdorf (Wutach), Erscheinungsformen, Mechanik, Ursachen. – Erdkunde, 21, S. 169–180.