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Breisgau-Formation

Verbreitung und Basis der Breisgau-Formation

Aufgrund der lithologischen Ausbildung, einer bereichsweise vorhandenen Groblage (Ellwanger et al., 2003) und von Unterschieden im Schwermineralspektrum (Hagedorn, 2004) lässt sich die Breisgau-Formation stellenweise in die Weinstetten-Subformation (früher: Untere Breisgau-Schichten) und in die Balgau-Subformation (früher: Obere Breisgau-Schichten) unterteilen.

Breisgau-Formation in der Bohrung Hartheim B 1 (LGRB-Archiv-Nr. BO 8011/492)

Die Balgau-Subformation besteht aus grauen bis braungrauen sandigen und bereichsweise schluffigen Kiesen, in denen Gerölle aus den Alpen überwiegen.

Das Lokalmaterial ist weniger stark zersetzt, die Komponenten sind gröber und die diamiktischen Kiese lockerer gelagert als in der unterlagernden Weinstetten-Subformation. Die Basis der Balgau-Subformation ist häufig durch eine Groblage aus alpinen Geröllen gekennzeichnet.

Nördlich des Kaiserstuhls nimmt der Anteil der zersetzten Gerölle sowie der Schluffanteil in der Breisgau-Formation stark ab. Südlich von Offenburg fehlen die zersetzten Schwarzwaldgerölle nahezu vollständig und eine Unterscheidung zwischen der Neuenburg-Formation und der darunter folgenden Breisgau-Formation ist nicht mehr möglich. Hier wird die gesamte sandig-kiesige Abfolge als Ortenau-Formation zusammengefasst. Dieser lithofazielle Übergang ist in den hydrogeologischen Längsprofilen dargestellt.

Die Verbreitung und Oberfläche des Riegel-Horizonts

Der Riegel-Horizont (HGK, 1979a) ist eine feinklastische Einschaltung im oberen Abschnitt der Wasser-Subformation. Er tritt in der Freiburger Bucht auf. Er ist meist als schwach feinsandiger schluffiger Ton bzw. toniger Schluff ausgebildet. In der typischen Ausbildung hat er aufgrund eines deutlichen Gehalts an organischen Bestandteilen eine dunkelgraue bis schwarze Farbe (Bereich Riegel bis nördlich Teningen), ansonsten ist er bräunlich bis gelblich. In Bereichen größerer Mächtigkeit wirkt der Riegel-Horizont hydraulisch als Trennhorizont.

Die Breisgau-Formation ist im Durchschnitt ca. 60 m mächtig. Sie erreicht ihre größte Mächtigkeit in Rheinnähe (westlich von Rheinhausen 120 m sowie nordwestlich Rust 100 m). Nach Osten nimmt sie auf 30 bis 40 m ab, am Grabenrand keilt sie aus.

Die Gesteine der Breisgau-Formation sind in der Hydrogeologischen Karte Kaiserstuhl–Markgräflerland (HGK, 1977) als „Festgelagerte Kiese und Schotter mit größeren Schluffanteilen“ beschrieben. In den älteren Geologischen Karten sind im Markgräfler Land im Bereich der Vorbergzone „Altpleistozäne Schotter“ (bzw. „Ältere Schotter“) (Groschopf et al., 1996) kartiert. Diese Schotter gleichen in ihrer lithologischen Ausbildung denen der Breisgau-Formation und werden deshalb dieser hydrogeologischen Einheit zugeordnet. Ob es sich dabei tatsächlich um zeitgleich abgelagerte Gesteine handelt ist unklar.

Mächtigkeit der Breisgau-Formation

Breisgau-Formation (Unterer Grundwasserleiter): Log-normale Häufikeitsverteilung der Transmissivitätswerte T

Literatur

  • Groschopf, R., Kessler, G., Leiber, J., Maus, H., Ohmert, W., Schreiner, A. & Wimmenauer, W. (1996). Erläuterungen zum Blatt Freiburg i. Br. und Umgebung. – 3. Aufl., Geologische Karte von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 364 S., Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • HGK (1977). Oberrheingebiet - Bereich Kaiserstuhl-Markgräflerland. – Hydrogeologische Karte Baden-Württemberg, 65 S., 6 Karten, Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg; Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg).
  • HGK (1979a). Freiburger Bucht. – Hydrogeologische Karte Baden-Württemberg, 72 S., 10 Karten, Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg; Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg).
  • Hagedorn, E.-M. (2004). Sedimentpetrographie und Lithofazies der jungtertiären und quartären Sedimente im Oberrheingebiet. – Dissert. Univ. Köln, 248 S., 22 Anl., 80 Abb., Anh., Köln.
  • Regierungspräsidium Freiburg (2002). INTERREG II. Grenzüberschreitende Erkundung des tiefen rheinnahen Grundwasserleiters zwischen Fessenheim und Breisach. – Endbericht, 172 S.
  • Wirsing, G. & Luz, A. (2007). Hydrogeologischer Bau und Aquifereigenschaften der Lockergesteine im Oberrheingraben (Baden-Württemberg). – LGRB-Informationen, 19, S. 1–130.