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Geologischer Lehrpfad im Kirnbachtal

Unterhalb eines bemoosten, durchwurzelten Waldbodens zieht sich eine waagrecht gebankte Gesteinsreihe mit unterschiedlich großen, rechteckigen Blöcken. Darunter ein violetter, von Grünpflanzen durchsetzter Hang.
Steigerwald-Formation (Untere Bunte Mergel) und darüber liegende Bank der Hassberge-Formation (Kieselsandstein)

Ausgangspunkt ist der zwischen Bebenhausen und Tübingen unmittelbar an der L1208 gelegene Wanderparkplatz „Kirnbachtal“. Auf der mit Dinosauriern markierten, ca. 5 km langen Strecke wird an 13 Stationen die Landschaftsgeschichte erklärt und Einblick in die Gesteinsabfolgen des oberen Mittelkeupers und des Oberkeupers (Exter-Formation, „Rhät“) gegeben, die entlang des Kirnbachs und beim Anstieg zum Olgahain in mehreren Aufschlüssen studiert werden können.

Seitlicher Blick auf einen von links vorne nach rechts hinten verlaufenden Gesteinsaufschluss. Im Vordergrund verteilen sich blühende Grünpflanzen, im rechten, oberen Eck des Bildes ist ein Waldhang erkennbar.
Aufschluss in der Löwenstein-Formation (Stubensandstein)

Beim Anstieg aus dem Kirnbachtal stehen als nächstes Sandsteine der Löwenstein-Formation (Stubensandstein) am Weg an und sanden weiß ab. Der Name Stubensandstein ist auf die frühere Verwendung als Scheuersand beim Reinigen der Wohnstuben zurückzuführen. Ein Krus­tenkalk, ein unter festländischen Bedingungen in trocken-heißem Klima entstandenes Karbonatgestein aus verfestigten Kalkbruchstücken, folgt ein Stück hangauf­wärts. Die Entstehung der Schichtstufenlandschaft im Tübinger Raum ist das Thema der nächsten Tafel.

Blick auf eine bebilderte Schautafel im Naturpark Schönbuch mit dem Thema: Das Jurameer kündigt sich an. Rechts sind teilweise zugewachsene und bemooste Gesteinsbänke zu sehen. Dahinter ist Wald erkennbar.
Informationstafel im ehemaligen Sandsteinbruch (Oberkeuper) auf dem Kirnberg

Am Plateaurand sind schließlich die harten Sandsteine des Oberkeupers (Exter-Formation, „Rhätsandstein“) aufgeschlossen, die auch als dünne Schuttdecke den oberen Bereich der Knollenmergel-Hänge überlagern. In einem alten Steinbruch, bei dem sich auch eine Grillhütte befindet, können die gut geschichteten, feinkörnigen Quarz-Sandsteine, die früher als fast unverwüstlicher Bau-und Pflasterstein abgebaut wurden, bestens studiert werden.

Auf den letzten Stationen erhält man noch Informationen zur Bedeutung der Kaltzeiten für die heutigen Böden und die Nutzungsgeschichte des heutigen Naturparks Schönbuch. Möchte man nicht sofort zum Ausgangspunkt zurückwandern, lässt sich noch ein Abstecher zum ehemaligen Kloster und Jagdschloss Bebenhausen machen, wo die verschiedenen Keupersandsteine einst als Bausteine dienten.

  • Blick auf einen durch mehrere flache Gesteinsbänke unterbrochenen Wasserlauf.
  • Großaufnahme eines an einem Baum mit fleckiger Rinde befestigten Wegweisers. Das Schild zeigt einen nach rechts führenden Pfeil sowie einen Dinosaurier.
  • Blick auf eine bebilderte Schautafel des Naturparks Schönbuch mit dem Thema: Vom Sand der Flüsse zum Sandstein.
  • Das Bild zeigt einen aus weißlich-grauem Gestein gefertigten, mehrstufigen Brunnen. Im Hintergrund eine Kirchenfassade mit gotischen Fensteröffnungen; darüber ein Fachwerkanbau und Fenster mit Läden.
  • Das Bild zeigt eine alte, im Bogen von rechts oben auf den Betrachter zuführende Steintreppe. Links der ausgetretenen flachen Stufen herrscht dichte Vegetation, rechts ist der Pflanzenwuchs dünner..
  • Das Foto zeigt links eine überdachte, bebilderte Schautafel mit einer Besucherin sowie rechts und dahinter eine teils überwucherte, an einem Waldhang liegende dunkelgraue Gesteinswand.
  • Seitlicher Blick auf eine zerfurchte, gelbliche bis rötliche Gesteinswand. Auffällig ist rechts oben ein nasenartiger Auswuchs. Im Vordergrund stehen Grünpflanzen.
  • Blick auf eine überdachte Schautafel im Naturpark Schönbuch mit Bildern fossiler Zähne und Fischschuppen..

Literatur

  • Eberle, J. & Lehr, M. (2015). GeoWandern Rund um Stuttgart – Gäulandschaften, Keuperbergland, Albvorland, Schwäbische Alb – 35 geografische Exkursionen im Zentrum Baden-Württembergs. 231 S., Oberhaching (Bergverlag Rother).
  • Baier, J. (2011). Der Geologische Lehrpfad am Kirnberg (Keuper; SW-Deutschland) Jber. Mitt. Oberrhein. Geol. Ver., N. F., 93, S. 9–26.