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Wurzacher Ried

Nahaufnahme von kleinblättrigen grünen und roten Pflanzen. Auch zwei rote Beeren sind zu sehen.
Torfmoos und Moosbeeren im Wurzacher Ried

Das über 1800 ha umfassende Naturschutzgebiet Wurzacher Ried bildet den Lebensraum für annähernd 800 Pflanzenarten. Aufgrund seines kühl-feuchten Kleinklimas mit durchschnittlich 120 Frosttagen im Jahr dient es als wichtiger Rückzugsraum für aus dem nordischen und arktischen Raum stammende Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus ist es als Rastplatz für Zugvögel von Bedeutung. Seit 1989 ist das Wurzacher Ried als einziges Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg vom Europarat mit dem Europadiplom der Kategorie A ausgezeichnet. Das Naturschutzzentrum in Bad Wurzach bietet zahlreiche Informationen und Veranstaltungen rund um das Wurzacher Ried.

Hinter einer eingezäunten, hölzernen Plattform rechts mit Schautafel ist offengelegte, abgestufte dunkle Erde zu sehen. Ausgebleichtes Gras überdeckt diesen Bereich. Links steht ein kleiner Wagen mit dunklen, aufgehäuften Briketts vor dichtem Wald.
Wasserlehrpfad „auf den Spuren der Torfstecher“ bei Bad Wurzach

Wie in allen größeren Mooren wurde auch im Wurzacher Ried versucht, durch Entwässerung landwirtschaftliche Nutzflächen und durch Torfstiche Brennmaterial zu gewinnen. Während des 18. Jahrhunderts wurden deshalb erste Entwässerungsgräben angelegt. Die planmäßig angelegten, großen Torfstiche wurden seit der Gründung des Waldburg-Wurzachschen Torfwerks von 1880 bis ins Jahr 1962 betrieben. Seit dem Ende des Badetorfabbaus 1995 versucht man die vom Menschen beeinträchtigten Moorflächen durch Wiedervernässung zu regenerieren. Im Oberschwäbischen Torfmuseum im ehemaligen Torfwerk gibt es in der Ausstellung oder bei einer Fahrt mit der Torfbahn viel Wissenswertes über das Wurzacher Ried und den früheren Torfabbau zu entdecken.