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Enztalblick bei Mühlacker-Mühlhausen

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Von erhöhtem Standort aus blickt man einen Hang abwärts auf ein leicht hügeliges Tal mit Wiesen, Feldern, Bäumen und einer Siedlung. Rechts zieht sich ein steiler Rebhang bis zum Betrachter nach vorne. Im Hintergrund bewaldete Hügelrücken.
Das Enztal bei Mühlhausen an der Enz

Die Sand-, Mergel- und Dolomitsteine des Unterkeupers können in einem kleinen Aufschluss etwa 100 m südöstlich des Aussichtspunkts besichtigt werden. Östlich der Straße von Roßwag nach Illingen sind auf dem Rücken des Lug an Wegböschungen und in kleinen Gruben alte Schotter aufgeschlossen. Es handelt sich um Höhenschotter einer jungtertiären Enz, die damals rund 120 m über der heutigen Talsohle floss (Eberle et al., 2017). Sie bestehen überwiegend aus gebleichten Buntsandsteingeröllen, die teilweise von Eisenkrusten überzogen sind. Untergeordnet kommen Hornsteine aus dem Muschelkalk vor, während Kalksteine aufgrund der lang andauernden Lösungsverwitterung nicht mehr vorhanden sind.

Die sehr steilen Hangbereiche südlich der Burgruine Altroßwag werden nicht weinbaulich genutzt. Dieser Teil des Naturschutzgebiets Roter Rain mit sehr flachgründigen Böden auf Kalk- und Dolomitstein (Syrosem, Rendzina) wurde über Jahrhunderte meist nur mit Schafen beweidet. Nach der Nutzungsaufgabe verbuschten die wertvollen Halbtrockenrasen über Jahrzehnte, bis Anfang der 1990er Jahre die Gehölze entfernt und ein Schäfer für die Beweidung zur Landschaftspflege gefunden wurde (Kreh, 2002). Der Rote Rain, der Enztalblick und die Weinberge in der Talschlinge bei Mühlhausen können bei einer Rundwanderung besucht werden.

Literatur

  • Bachmann, G. H. & Brunner, H. (1998). Nordwürttemberg – Stuttgart, Heilbronn und weitere Umgebung. – Sammlung geologischer Führer, 90, 403 S., Berlin (Borntraeger).
  • Eberle, J., Eitel, B., Blümel, W. D. & Wittmann, P. (2017). Deutschlands Süden – vom Erdmittelalter zur Gegenwart. 3. Aufl., 195 S., Berlin.
  • Kreh, U. (2002). Roter Rain und Umgebung. – Bezirksstelle Naturschutz und Landschaftspflege Stuttgart (Hrsg.). Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart, S. 539–541, Stuttgart (Thorbecke).
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