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Böden in der Rheinaue (südlicher Oberrhein) und im Mündungsbereich der Zuflüsse

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick auf einen breiten Fluss mit beidseitig bewaldeten Ufern und einer Autobrücke im Hintergrund. Der Wasserstand scheint niedrig, da auf der rechten Uferseite Steine vom Flussbett sichtbar werden.
Der Restrhein westlich von Neuenburg-Steinenstadt bei Niedrigwasser

Die Rheinaue zwischen Basel und Breisach wurde durch den Menschen sehr stark umgestaltet. Die Begradigung und Eindeichung des Rheins im 19. Jh. sowie die Anlage des Rheinseitenkanals in der ersten Hälfte des 20. Jh. hatten erhebliche Auswirkungen auf das Auenökosystem und damit auch auf die Böden.

Blick auf eine wellige, grünlich braune Ebene mit einzelnen Heuballen. Im Hintergrund begrenzt Wald das Gelände.
Durch ehemalige Flussarme gebildetes welliges Kleinrelief in der ehemaligen Rheinaue nördlich von Efringen-Kirchen-Kleinkems

Die holozänen feinkörnigen, karbonatreichen Auensedimente sind oft weniger als 1 m mächtig und lagern über holozänem oder über holozän umgelagertem pleistozänem, überwiegend alpinem Kies, der an wenigen Stellen auch bis nahe an die Oberfläche reicht. Das in zahlreiche Rinnen aufgeteilte ehemalige Flussbett wird durch Auenpararendzinen (Kalkpaternien) aus kiesig-sandigem Sediment nachgezeichnet. In ehemaligen Überflutungsbereichen bildeten sich kalkreiche Braune Auenböden aus sandig-kiesigem oder lehmig-schluffigem Auensediment. Verbreitet weisen die Böden heute noch reliktische Vergleyungsmerkmale auf, die sich bei höherem Grundwasserstand in der Zeit vor der Rheinkorrektion gebildet haben.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in fünf Horizonte unterteilte Profil ist über 1,20 m tief.
Kalkhaltiger Auengley-Brauner Auenboden aus Auensediment über Rheinschotter (humose Pararendzina mit reliktischen Gleymerkmalen)

Die stark sandigen und z. T. kiesreichen Ablagerungen in Kartiereinheit (KE) Z105 unterscheiden sich von den eher schluffig-sandigen Sedimenten der in KE Z109 und Z106 abgegrenzten Pararendzinen, die meist im Unterboden auch einen deutlichen Humusgehalt und oft reliktische Gleymerkmale aufweisen. Bei Einheit Z107 handelt es sich wiederum um stark sandige Substrate, die unterhalb 4 dm u. Fl. reliktische Gleymerkmale besitzen. In den tief gelegenen ehemaligen Altarmen des Rheins treten die reliktischen Gleymerkmale ehemaliger Auengleye bereits oberhalb von 4 dm u. Fl. auf (Z111).

Das Bild zeigt ein Bodenprofil unter Grünland. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in sieben Horizonte unterteilte Profil ist 1 m tief.
Auenkarbonatrohboden (Kalkrambla) mit Vergleyung im nahen Untergrund, aus Auenmergel über Rheinschotter

Nur die vom Fluss sedimentierten Buhnenfelder, die innerhalb der den Rhein begleitenden Dämme liegen, werden noch regelmäßig überflutet und in ihrer Gestalt durch Anlandung und Wegspülen von sandigen Sedimenten dauernd verändert. In diesem weniger als 100 m breiten Streifen entlang des Restrheins überwiegen ca. 2 m hoch über dem mittleren Wasserspiegel des Flusses gelegene, humusfreie bis ‑arme Auenkarbonatrohböden (Z104), die eine deutliche Schichtung ihrer Sedimente zeigen. Bis in größere Tiefe sind in diesen jungen Böden Plastikabfälle und anderer Zivilisationsmüll zu finden. In den tiefer liegenden Gerinnen und Ausbuchtungen der Buhnenfelder finden sich kleinflächig Auengley-Brauner Auenboden und Auengley.

Die Aufnahme zeigt flache grüne Ackerflächen, im Hintergrund begrenzt von Auenwald.
Auenterrasse bei Eimeldingen-Märkt

Am Fuß der Märkter Terrasse sowie an deren Ostrand, am Fuß des Hochgestades, wurden in alten Flussrinnen Nassgleye und Niedermoore kartiert (Z112, Z113). Das auch dort künstlich abgesenkte Grundwasser wurde im Rahmen der Bodenkartierung (1993) bei den Nassgleyen unterhalb 10 dm und bei den Niedermooren unterhalb 4 dm u. Fl. angetroffen. Dasselbe gilt für die Niedermoore in KE Z113, die weiter südlich in der Randrinne bei Weil am Rhein abgegrenzt wurden.

Literatur

  • Fleck, W., Thater, M. & Zwölfer, F. (1997). Exkursion D8: Landkreis Lörrach. – Exkursionsführer zur Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft 1997. – Mitt. dt. bodenkdl. Ges., 82, S. 383–421.
  • HGK (1975). Dinkelberg-Hochrhein, (Markgräfler Land – Weitenauer Vorberge – Wiesental – Dinkelberg – Hochrhein – Wehratal). – Hydrogeologische Karte Baden-Württemberg, 71 S., 5 Karten, Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Hädrich, F. & Stahr, K. (2001). Die Böden des Breisgaus und angrenzender Gebiete. – Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. Br., 91, S. 1–138.
  • Vogel, O. (1969). Bestockungsumbau im Trockengebiet Oberrhein – Eine volkswirtschaftliche und landeskulturelle Aufgabe. – Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg, 26, 151 S., 57 Abb., 21 Tab., 5 Kt., Stuttgart.