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Böden im Verbreitungsgebiet von Löss, Lösslehm und lösslehmreichen Fließerden

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Bild zeigt ein Bodenprofil unter Maispflanzen. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in fünf Horizonte unterteilte Profil ist 1,10 m tief. Eine Tafel links oben gibt Nummer und Name des Profils an.
Mäßig tief entwickelte humose Parabraunerde aus Löss

Vorwiegend im zentralen Teil der Filder, aber auch teilweise im Bereich der östlichen Talschulter des Neckartals zwischen Nürtingen und Plochingen sowie stellenweise auf den südlich folgenden Unterjura-Platten bis in den Bereich der Härten im Raum Reutlingen/Tübingen fand um den Höhepunkt der letzten Kaltzeit (Würm-Kaltzeit) vergleichsweise starke äolische Sedimentation statt. Die Lösse wuchsen hier über den älteren Lösslehmstraten bereichsweise bis zu einer Mächtigkeit auf, die später nicht mehr komplett im Verlauf der holozänen Bodenbildung erfasst und entkalkt werden konnte. Für die hier entwickelten Parabraunerden ist deshalb charakteristisch (n25), dass unterhalb ihres Solums hellockergelber, kalkreicher Löss einsetzt. Aufgrund der schon langen und intensiven ackerbaulichen Nutzung sind die ursprünglich tief entwickelten Löss-Parabraunerden jedoch meist deutlich erodiert, weshalb ihr Bodenkörper stellenweise bereits ab 4 dm u. Fl. von Löss abgelöst wird.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Acker. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in fünf Horizonte gegliederte Profil ist über 1 m tief. Eine Tafel links oben gibt Nummer und Name des Profils an.
Tief entwickelte Pseudogley-Parabraunerde aus Lösslehm

Auf abzugsträgen Flachlagen sowie an sehr schwach geneigten Hängen wird das Bodenmuster auch durch Böden mit geringerem Staunässegrad ergänzt (n116, Pseudogley-Parabraunerde und Parabraunerde-Pseudogley; n114, pseudovergleyte Parabraunerde und Pseudogley-Parabraunerde). Vorwiegend in den Randgebieten der Lösslehm-Verbreitung treten bereichsweise großflächig Pseudogley-Parabraunerden (n10) auf, die teilweise bereits in 7–10 dm u. Fl. von tonigen Unterjura-Fließerden unterlagert werden, so im östlichen Teil des Unterjura-Geländes entlang des Filstals und im insgesamt weniger stark äolisch beeinflussten südlichen Abschnitt des Mittleren Albvorlands. Vorzugsweise auf den Unterjura-Platten östlich des Neckars kommt in flachen Mulden und Muldentälchen KE n117 mit Pseudogley-Kolluvien und Kolluvium-Pseudogleyen vor. Schluffreiche holozäne Abschwemmmassen wurden hier über dichter gelagertem Lösslehm abgelagert, wodurch es in diesen durch potenziellen Wasserzuschuss charakterisierten Reliefpositionen zu zeitweisem Wasseraufstau bis in den oberen Bereich der Kolluvien kommt.