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Böden im Verbreitungsgebiet des Unterjuras

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Mäßig tief entwickelte Pelosol-Braunerde, pseudovergleyt und lessiviert, aus lösslehmhaltiger Fließerde über Juratonfließerde

Im Gelände des Ausstrichs der tonig-mergeligen Gesteine des Unterjuras waren Pelosol-Braunerden ursprünglich die weitaus vorherrschenden Böden, wie sie auch als Hauptbestandteile in den Kartiereinheiten n7, n11 und n26 vorkommen, heute jedoch im Bodenmuster aufgrund der Überprägung durch die Bodenerosion insgesamt nur noch untergeordnet auftreten. In diesen zweischichtigen Böden ist in der 3–5 dm mächtigen, äolisch beeinflussten Fließerde im Hangenden (Deck- bzw. Hauptlage) typischerweise eine Braunerde entwickelt, während in der durch solifluidale Aufarbeitung der vorherrschenden Ton- und Mergelsteine entstandenen tonigen Basislage ein durch ausgeprägte feuchteabhängige Quell- und Schrumpfdynamik gebildeter Pelosol-Horizont entwickelt ist.

Das Bild zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in sechs Horizonte gegliederte Profil ist 1,20 m tief. Eine Tafel links oben nennt Nummer und Namen des Profils.
Mäßig tief entwickelter Pseudogley-Braunerde-Pelosol aus geringmächtiger lösslehmhaltiger Fließerde über tonreicher Schwarzjura-Fließerde

Die beschriebenen, vor den Nutzungseingriffen des Menschen auftretenden Bodenformen sind nur noch in kleineren Waldarealen mehr oder weniger komplett erhalten. Selbst in heute unter Wald liegenden Bereichen wurden die Böden durch frühere landwirtschaftliche Nutzung verändert und die durch ihren Schluffgehalt relativ erosionsanfällige Braunerden weitverbreitet teilweise oder sogar vollständig abgetragen. Im Gelände des von feinkörnig-pelitischen Gesteinen des Unterjuras aufgebauten Albvorlands sind deshalb Braunerde-Pelosole mit einem verkürzten Bv-Horizont und Pelosole, bei denen die ursprünglich überlagernde Braunerde komplett abgetragen wurde, einschließlich ihrer mäßig staunassen Varianten, weit verbreitet (n5, n53).