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Böden aus präwürmzeitlichen Glazialsedimenten

Bei dieser Bodenlandschaft handelt es sich um isolierte Vorkommen von Böden aus mittel- und altpleistozänen Gletscherablagerungen und Deckenschottern. Sie sind überwiegend in den Bergländern im westlichen Jungmoränen-Hügelland verbreitet.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick auf einen bewaldeten Steilhang. Unterhalb der Kuppe zeigen sich wenige Gesteinsflächen.
Deckenschotter am Westhang des Deggenhauser Tals

In den Hochlagen des Höchsten und des Heiligenbergs (Aacheck) finden sich auf einem Sockel aus Oberer Süßwassermolasse die Schotter- und Gletscherablagerungen aus vier Eiszeiten. Auf den Gipfelplateaus und dem westexponierten Hang zum Illmensee sind Braunerde-Parabraunerden und Parabraunerden aus tiefgründig verwittertem, rißzeitlichem Moränenmaterial verbreitet (U78, U79). Deshalb geht man davon aus, dass der Höchsten während der Rißeiszeit als sogenannter Nunatak über das Gletschereis ragte. Unterhalb folgen Parabraunerden aus würmzeitlichem Geschiebemergel, die z. T. eine erhebliche Beimengung von Molassesandsteinen oder ‑tonen enthalten. Im Liegenden der Moränen streichen an der Hangschulter durch Kalkausfällungen zu harten Konglomeraten zementierte, frühpleistozäne Schotter (Mindel-Deckenschotter) aus. Auf den Steilhängen überzieht nur eine lückenhafte, humose Bodenbildung die Nagelfluhfelsen (Rendzina, Syrosem; U5). Verstreut kommen unterhalb der Deckenschotterausstriche Parabraunerden aus kiesreichem Hangschutt vor (U89).

Das Höchsten-Bergland, schematischer Profilschnitt
Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das neun Horizonte umfassende Profil ist 1,30 m tief.
Tief entwickelte Parabraunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde über Fließerde aus verwittertem Deckenschottermaterial (U81)

Der Schiener Berg wird durch die Deckenschotterplatten auf seiner Hochfläche geprägt. Diese treten ebenfalls in den Hochlagen des Bodanrücks und der westlich anschließenden Homburg bodenbildend auf. Auf stark geneigten Oberhängen und Hangspornen herrschen kiesreiche Parabraunerden vor (U82). Auf schwach gewölbten Erhebungen sind dagegen tiefgründige Parabraunerden aus verwittertem, als Fließerde verlagertem und z. T. mit würmzeitlichem Geschiebemergel vermengtem Deckenschottermaterial entwickelt (U81). Einige Plateaulagen und nordexponierte Hänge des Schiener Bergs sind zudem von einer Decke aus Lösslehm und lösslehmreichen Fließerden mit Parabraunerden und Pseudogleyen überkleidet (U62, U92). Am nördlichen Steilabfall des Schiener Bergs haben sich unterhalb der Schrotzburg frühpleistozäne Gletschersedimente erhalten, in denen Parabraunerden ausgebildet sind (U54).

Östlich des Schussenbeckens befinden sich auf Hangspornen südlich und westlich von Wolfegg drei kleinflächige Vorkommen von Braunerde-Parabraunerden und Parabraunerden aus Schotter der Illmensee-Formation (U83). Braunerde-Parabraunerden und Parabraunerde-Braunerden auf Rißmoränen kommen kleinflächig südöstlich von Kißlegg (U80) vor.

  • Blick über eine flache, bepflanzte Ackerlandschaft. Nach links hin steigen bewaldete Höhen an.
  • Nahaufnahme einer grauviolett bis graugelb gefärbten Gesteinsschicht, zerfurcht von tiefen Längsrinnen.
  • Blick von einer grünen Erhebung auf einzelne Häuser, Wiesen und Waldstreifen.
  • Blick auf bepflanzte Äcker, ein Gehöft rechts und Baumstreifen. Im Hintergrund bewaldete Höhenrücken.
  • Blick über ein flaches Tal mit Wiesen, Äckern und Bäumen. Im Hintergrund erhebt sich, nach links ansteigend, ein bewaldeter Berg.
  • Blick auf einen im Wald liegenden felsartigen Hang, der nach rechts abfällt. Kies und Steine sind mit Erde zu einer grünlich grauen Masse vermischt.