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Böden im Verbreitungsgebiet des Lettenkeupers (Unterkeuper, Erfurt-Formation)

Generell muss im Verbreitungsgebiet der inselhaft vorkommenden, im Bereich des Ahornwalds im Bauland auch großflächig verbreiteten, Lettenkeupergesteine (Unterkeuper, Erfurt-Formation) mit einem kleinräumigen Bodenwechsel gerechnet werden. Der Grund dafür ist der enge Wechsel von Ton-, Mergel-, Dolomit- und Sandstein sowie die lückenhafte Überdeckung mit lösslehmhaltigen Deckschichten unterschiedlichster Mächtigkeit. Zudem spielen, im Gegensatz zum Muschelkalkgebiet, Böden mit Grundwasser- und Stauwassereinfluss eine größere Rolle.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das sieben Horizonte umfassende Profil ist 1,10 m tief.
Pseudogley-Parabraunerde aus Lösslehm im „Ahornwald“ südlich von Königheim-Brehmen (i45)

Häufig ist zwischen Deck- und Basislage auch eine Mittellage vorhanden, so dass es zur Ausbildung dreischichtiger Bodenprofile kam. Meist ist in der lösslehmreichen Mittellage der Bt‑Horizont einer Parabraunerde oder Pelosol-Parabraunerde entwickelt (i41, i43, i47). Örtlich, wo der tiefere Unterboden aus dem umgelagerten Rückstandston der Dolomitsteinverwitterung besteht, handelt es sich um Terra fusca-Parabraunerden. Besonders in ebenen und schwach geneigten Lagen oder flachen Mulden sind die Mittellagen mächtiger und gehen in skelettfreien Lösslehm über, in dem keine Umlagerungsmerkmale zu erkennen sind. In solchen Reliefpositionen sind in den Böden immer auch deutliche Staunässemerkmale vorhanden. Vorherrschender Bodentyp ist die Pseudogley-Parabraunerde (i45). Als Stauhorizont wirkt neben dem Tonanreicherungshorizont (Bt) der Parabraunerde besonders auch die unter dem Lösslehm folgende tonreiche Basislage aus Lettenkeuper-Material. Als Folge der Bodenerosion sind die Tonverarmungshorizonte (Al‑Horizonte) der Parabraunerden in den häufig vorkommenden Kartiereinheiten i41 und i45 oft stark verkürzt oder fehlen auf exponierten Ackerflächen auch vollständig.

Blick auf einen weißlich braunen, aus groben Schollen bestehenden Acker.
Gebleichte Oberböden von Pseudogleyen auf Lettenkeuper südlich von Creglingen-Freudenbach

Böden aus zwei- und dreischichtigen Substraten mit noch deutlicheren Merkmalen zeitweiliger Staunässe nehmen besonders in abzugsträgen Lagen unter Wald größere Flächen ein. Es handelt sich um Braunerde-Pseudogleye, Parabraunerde-Pseudogleye und Pseudogleye (i54, i58). Im Bereich von Erdfällen können auch punktuell stärker vernässte, anmoorige Standorte auftreten (Baur, 1965). Eine kleine, extrem staunasse Fläche in einer abflusslosen flachen Senke östlich von Igersheim-Harthausen („Egelsee“) wurde in Kartiereinheit (KE) i60 beschrieben (Stagnogley und Anmoorstagnogley).

Das Bild zeigt welliges, vom Betrachter wegführendes und zum Hintergrund wieder ansteigendes Hügelland. Die darauf verteilten, zumeist begrünten Ackerflächen werden in der Bildmitte durch eine Baumreihe getrennt.

An der bayrischen Grenze bei Wittighausen, im Übergang zum Lössgebiet des Ochsenfurter Gaus, sind die tonreichen Fließerden aus Lettenkeuper-Material örtlich von geringmächtigen, 3–8 dm mächtigen Löss-Fließerden überlagert. Vorherrschende Böden sind Pararendzinen und mittel tief entwickelte, stark erodierte Parabraunerden (i17).

Panoramabild einer flachen, größtenteils aus bepflanzten Äckern bestehenden Landschaft mit Waldgebieten am fernen Horizont.

Lettenkeuper-Landschaft bei Creglingen-Freudenbach

Literatur

  • Baur, K. (1965). Erläuterungen zur vegetationskundlichen Karte 1: 25 000 Blatt 6526 Creglingen. – Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (Hrsg.), 46 S.